Islamisches Opferfest

Islamisches Opferfest

Das Opferfest (arab. Id al-Adha oder Eid al-Adha) gilt neben dem Fastenbrechen als das wichtigste islamische Fest und wird einmal jährlich zum Höhepunkt des Haddsch, der Pilgerfahrt nach Mekka, gefeiert. Die Festlichkeiten dauern insgesamt vier Tage an und verschieben sich aufgrund des islamischen Mondkalenders Jahr für Jahr um etwa 10 bis 11 Tage. 2018 findet das islamische Opferfest vom 22. bis 25. August statt.
Das Opferfest ist ein Ausdruck der religiösen Ergebenheit sowie des Vertrauens der Muslime in Allahs Gnade. Dabei beruft man sich auf die Geschichte des Propheten Ibrahim, welcher bereit war, seinen Sohn Ismael für Allah zu opfern und damit die göttliche Probe bestanden hatte (vgl. Koran, Sure 37, 99-133). Als Anerkennung für dieses Gottvertrauen durfte Ibrahim anstatt einen seiner beiden Söhne ein Tier opfern, welches mit Freunden und Bedürftigen geteilt wurde. Demzufolge ist das Opferfest heute auch Anlass zum Spenden an andere Menschen.
Eid al-Adha wird im Kreise von Familie und Freunden gefeiert. Am ersten Morgen des Opferfestes besucht man eine Moschee oder einen offenen Platz für das gemeinsame Gebet.

In einigen Ländern werden aber auch Kamele oder Wasserbüffel geschlachtet. Das betäubungslose Schlachten ist in Deutschland grundsätzlich verboten, jedoch werden aus religiösen Gründen Jahr für Jahr zahlreiche Sondergenehmigungen zur Durchführung von Schächtungen erteilt.
Das Opferfest ist in allen islamischen Rechtsschulen verbindlich. Durch eine schriftliche Meldung können sich Schüler islamischen Glaubens in Deutschland einen Tag für die Feierlichkeiten vom Unterricht befreien lassen. Muslimische und türkische Verbände wünschen sich schon seit längerem die Einführung eines gesetzlichen muslimischen Feiertages in Deutschland. In diesem Zusammenhang wird immer wieder das Opferfest genannt. Bereits 2013 forderte der Zentralrat der Muslime in Deutschland die Einführung zweier gesetzlicher muslimischer Feiertage pro Jahr als wichtiges Zeichen der Integration. 2014 äußerte Kenan Kolat, der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, ebenfalls den Wunsch nach einem gesetzlichen muslimischen Feiertag für das Opferfest. Umgesetzt wurden diese Forderungen bisher jedoch nicht.